inVolve-Projekte

to involve [engl.]: einbeziehen – einschließen – bedeuten – umfassen – involvieren – erfordern – verwickeln – verstricken – hineinziehen – einbegreifen – beinhalten – verwirren – nötig machen – mit sich bringen – nach sich ziehen – sich drehen um – sich handeln um – verbunden sein mit – zum Gegenstand haben – zur Folge haben – in Kontakt bringen…

Die von ExMe entwickelten inVolve-Projekte sind Kunst-im-Kontext-Projekte, die eine freie („autonome“) und zieloffene künstlerische Praxis mit Bildungs- und Qualifizierungsaufgaben verbinden.

Ihre Teilnehmenden sind insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, denen der Zugang zu den jeweils weiterführenden Einrichtungen des allgemeinbildenden Schulsystems, zu Ausbildung oder qualifizierender Beschäftigung verstellt oder erschwert ist, unter ihnen Immigranten und ihre Kinder, die vom deutschen Bildungssystem in besonders hohem Maße benachteiligt werden.

inVolve-Projekte arbeiten mit – den Vorerfahrungen und kulturellen Hintergründen nach – möglichst heterogenen Teilnehmergruppen. Sie schaffen um den Kernbereich künstlerischer Praxis herum hoch binnendifferenzierende Lern- und Erfahrungsräume, in denen die Akteure die spielerischen Erkundungen, Konstruktionen und Reflexionen ihrer künstlerischen Produktionen in die Auseinandersetzung mit lebens-, (aus)bildungs- und berufsrelevanten Segmenten ihrer Lebenswelten hinein verlängern können. In internen Praktika erkunden die Akteure die ökonomischen, organisatorischen und handwerklichen Grundlagen ihres eigenen künstlerischen Projekts. In externen Praktika erforschen sie anschließend weitere Felder der Arbeitswelt und des zivilgesellschaftlichen Engagements. Theoretische Fächer erschließen sie sich auf den Wegen eines problem- und handlungsbezogenen forschenden Lernens.

inVolve-Projekte sind sehr flexible Vorhaben, die ihre Produktionen und „Curricula“ in der Kooperation und im Dialog der Anleitenden und Teilnehmenden selbst konstruieren und organisieren und den Teilnehmenden sehr individuelle Lernpfade durch den jeweiligen Projektzyklus eröffnen. Auf diese Weise ermöglichen sie es allen Beteiligten, ihre Kompetenzen als Selbstorganisationsdispositionen des Individuums zu entwickeln.

inVolve-Projekte sind grundsätzlich als sozial-, kultur- und erziehungswissenschaftliche action research-Projekte angelegt und auf die Neugier und Lernbereitschaft der anleitenden Künstler und Pädagogen angewiesen. Dies macht sie als praktische Basis für Weiterbildungsvorhaben sehr geeignet, die das weite „Lernfeld Kunst“ im Sinne eines pragmatistisch und konstruktivistisch orientierten Lernverständnisses erschließen.

Die Selbst- und Fremdevaluierungen der inVolve-Projekte und ihre Portfolio- und Dialog-basierten Zertifizierungsverfahren zeigen, dass die von der gemeinsamen künstlerischen Praxis provozierten spontanen und sich selbst organisierenden Erkundungen aller Beteiligten und das Wissen der Anleitenden um Systematik und Progression sich immer wieder spannungsreich und fruchtbar verbinden. Wo Handlungsziele und Möglichkeiten des Gelingens in den Blick kommen und nicht wieder daraus verschwinden, sondern sich im Fortgang konkretisieren, entwickeln und wandeln können, und wo Fehler und Fehlschläge als selbstverständliche und produktive Momente von Erfahrung und Lernen gelten, dort werden auch die notwendigen „Umwege“ des Lernens und Übens gern gegangen.

ExMe hat – in Kooperation mit der Schlesischen 27 – bisher zwei Vorhaben des inVolve-Formats realisiert:

         inVolve 01 als kleineres, vom Fonds Soziokultur finanziertes pretestartiges Projekt im 2. Halbjahr 2001,

         inVolve 02 als vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm „Kompetenzen fördern – Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf“ (BQF-Programm) gefördertes Modellprojekt. inVolve 02 lief in zwei Zyklen mit insgesamt 32 Teilnehmenden vom Januar 2004 bis zum April 2006.

2006 beauftragte das BMBF die Projekte inVolve 02 und !STAGE (Consol Theater Gelsenkirchen), ihre Methoden auf Fachtagen bundesweit vorzustellen, in Modellwerkstätten zu demonstrieren und in einem Handbuch zu beschreiben.


 

inVolve 01 Dokumentation 2002.pdf
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inVolve 02 Dokumentation mit Pressespieg
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Handbuch KUBIQ 2007 Fassung 2008-02.pdf
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